Aktuelle Kunst als Gegenwartsaufgabe – SPD-Arbeitskreis sucht Gespräch mit bildenden Künstlern
Verfasst von Vorstand am 28. August 2008
In der vom Verein zur bert-hubl kunstförderung ev. In Angelburg-Lixfeld betriebenen Galerie trafen sich fünf bildende Künstler aus dem Landkreis mit dem Arbeitskreis Schule und Kultur der SPD Marburg-Biedenkopf zu einem ausführlichen Gespräch. Eva Wenckebach, die Arbeitskreisvorsitzende, wies in ihren einleitenden Worten darauf hin, dass die Kunstförderung eine aktivere Rolle in der politischen Bewertung erfahren müsse.
Johanna Krämer, Dautphetal-Friedensdorf, zeigte auf, dass ihre Bilder immer auch ein gesellschaftliches Anliegen haben. Malerei sei zwar einerseits der Spiegel der Seele, andererseits eröffne sie die Möglichkeit aus der individuellen Sicht des Künstlers Probleme sichtbar zu machen und die Diskussion darüber zu befördern.
Dem stimmte Michael Feldpausch aus Stadtallendorf zu, dessen Aquarelle letztlich nicht das Ziel haben, schöne Landschaften dazustellen, sondern auch die negativen Veränderungen, das Chaos, sichtbar zu machen.
Einen völlig anderen Zugang zur Kunst erläuterte Ingolf Anschütz bei der Vorstellung seiner Arbeiten in der Glaskunst. Beeindruckend sein Exponat zum Elisabethjahr, eine mit Stacheldraht umwundene Glaskrone.
Manuela Krug, die Tochter des Lixfelder Malers Bert Hubl, der aus gesundheitlichen Gründen nicht an dem Gespräch teilnehmen konnte, erläuterte zusammen mit Heinz Westermann, dem Koordinator des bert hubl Kunstfördervereins die visionären Arbeiten Hubls. Kunst habe auch die Aufgabe, gesellschaftliche Veränderungen vorauszuahnen, auf Zukunftsfragen künstlerisch und damit gesellschaftlich Antwort zu geben. Bilder haben die Aufgabe, Betrachter in die Auseinandersetzung mit den bildnerischen Botschaften hineinzuziehen. Heinz Westermann hat inzwischen als Video-Künstler collgeanartige Interpretationen der Werke Bert Hubls zusätzlich geschaffen.
Der Vorsitzende der Vereines, Bürgermeister Norbert Mai, Angelburg, wies auf das Engagement seiner Kommune in Sachen Kunstförderung hin. So werde die Galerie mietfrei zur Verfügung gestellt. In der Diskussion wurde deutlich, dass die Künstler sich insgesamt stärkere Präsentationsmöglichkeiten, sei es in Rathäusern, Schulen oder auch Betrieben wünschen. Gerade dann, wenn die Kunst „vor Ort“ angeboten wird, ergibt sich auch zusätzliches Interesse, so Detlef Ruffert, Mitglied des Arbeitskreises. Schließlich, so wurde festgestellt, vermittle die Kunst auch identitätsstiftende Akzente für die Kommunen und die Regionen.
Von Seiten der Künstler wurde die Anregung vermittelt, dass es wichtig sei, einen festen Raum für Ausstellungen zu erhalten. Außerdem müsse Kunstförderung als Pflichtaufgabe betrachtet werden. Angeregt wurde weiter im Landkreis einen Preis für bildende Kunst auszuloben und den Künstlern die Möglichkeit zu eröffnen, mit in die Partnerstädte und Partnergemeinden zu gehen im Sinne eines künstlerisch grenzüberschreitenden Austausches. Gefördert werden sollten Kunstmärkte, damit die Künstler Möglichkeiten bekommen ihre Arbeiten besser zu vermarkten.
Unser Foto (1) zeigt von links Manuela Krug und Johanna Krämer im Gespräch mit dem Arbeitskreis, rechts Bürgermeister Norbert Mai.
Foto (2) Manuela Krug bei der Präsentation eines Bert-Hubl Werkes in der Galerie.